Selfpublishing Vor- und Nachteile
In den letzten Jahren hat sich der Buchmarkt stark gewandelt. Dank Selfpublishing ist es heute einfacher denn je, ein eigenes Buch zu veröffentlichen, ohne Verlag, ganz auf eigene Faust. Doch dieser Weg ist nicht für jeden der richtige. In diesem Beitrag zeige ich dir die wichtigsten Vorteile und Nachteile des Selfpublishings, damit du entscheiden kannst, ob es zu dir und deinem Buchprojekt passt.
Selfpublishing (auch Selbstverlag genannt) bedeutet, dass du dein Buch selbst veröffentlichst, ohne Unterstützung eines klassischen Verlags. Du bist als Autor:in gleichzeitig auch (unter anderem):
🌺 Herausgeber:in
🌺 Lektor:in (oder organisierst ein Lektorat)
🌺 Coverdesigner:in (oder beauftragst jemanden)
🌺 Marketingverantwortliche:r
🌺 Vertriebsmanager
Selfpublishing-Plattformen wie Amazon KDP, BoD, tolino media oder epubli machen die Veröffentlichung technisch einfach und bieten Tools, mit denen du dein Buch als E-Book und/oder Printbuch vertreiben kannst.
Vorteile des Selfpublishings
Volle kreative Kontrolle
Einer der größten Vorteile: Du hast komplette Entscheidungsfreiheit. Du bestimmst:
🌺 den Inhalt
🌺 das Cover
🌺 den Titel
🌺 das Veröffentlichungsdatum
🌺 den Preis
Kein Verlag redet dir rein. Das bedeutet: Deine Vision bleibt unverändert. Du möchtest ein ungewöhnliches Erzählformat nutzen oder ein Nischenthema behandeln? Im Selfpublishing kannst du das ohne Kompromisse umsetzen.
Schnelle Veröffentlichung
Während es bei klassischen Verlagen oft Jahre dauert, bis ein Buch erscheint, kannst du im Selfpublishing dein Buch deutlich schneller veröffentlichen.
Höhere Gewinnspanne pro Buch
Bei Verlagen erhältst du als Autor:in meist nur 5–10 % vom Nettoverkaufspreis. Im Selfpublishing sieht das anders aus:
🌺 Bei Amazon KDP erhältst du bis zu 70 % Tantiemen beim E-Book
🌺 Beim Taschenbuch liegt der Anteil meist bei 30–60 %, abhängig vom Druckpreis und Plattform
Flexibilität bei Updates & Preisaktionen
Du kannst dein Buch jederzeit:
🌺 überarbeiten und neu hochladen
🌺 den Preis ändern
🌺 Werbeaktionen starten (z. B. kostenlose Promotions, Kindle Deals)
Diese Flexibilität ist ein enormer Vorteil im Vergleich zum starren Verlagssystem, in dem du als Autor:in kaum Einfluss auf Preisgestaltung oder Marketingmaßnahmen hast.
Direkter Kontakt zur Leserschaft
Viele Selfpublisher bauen sich über Social Media, Newsletter oder Leserunden eine treue Community auf. Du bist nicht nur „die Stimme hinter dem Buch“, sondern auch nahbar und präsent.
Nachteile des Selfpublishings
Hoher Zeitaufwand & viel Eigenverantwortung
Selfpublishing bedeutet: Du machst (fast) alles selbst. Das kann überwältigend sein, besonders beim ersten Buch. Du musst dich um Lektorat, Design, Formatierung, Veröffentlichung,Marketing und noch so viel mehr kümmern.
Wenn du keine Hilfe holst oder bestimmte Aufgaben auslagerst, kann das extrem zeitintensiv sein. Ich empfehle, immer genug Zeit einzuplanen, da manche Steps länger dauern als erwartet.
Kosten für professionelle Qualität
Niemand (und ich wiederhole: niemand!) ist gezwungen, Dienstleistende zu buchen. Aber: Sie können dafür sorgen, dass dein Buch noch professioneller wird. Ein Beispiel: Nehmen wir an, dein Manuskript hat 300 Normseiten (1.500 Zeichen inkl. Leerzeichen), was würde es kosten, wenn du alles über professionelle Dienstleistende buchst? Ich habe dir hier einen Überblick erstellt:
🌺Lektorat in einem Durchgang (900–2.000 €)
🌺Korrektorat in einem Durchgang (ca. 600 €)
🌺Coverdesign (100–500 €)
🌺ggf. Formatierung oder Buchsatz (je nach Umfang)
Das wären die Basic-Dienstleistungen. Kommen noch Illustrationen, Hilfe beim Marketing oder sogar eine eigene Website hinzu, wird es deutlich teurer.
Keine Verlagsunterstützung (z. B. Vertrieb, Presse, Messen)
Ein klassischer Verlag übernimmt häufig:
🌺Pressearbeit
🌺Kontakte zum Buchhandel
🌺Teilnahme an Messen
🌺professionelles Marketing
Als Selfpublisher musst du all das entweder selbst organisieren oder du verzichtest darauf, was deine Sichtbarkeit einschränken kann. Der Weg in den stationären Buchhandel ist z. B. schwieriger, wenn du ohne Verlag arbeitest.
Marketing ist Pflicht
Viele Selfpublisher:innen scheitern nicht am Schreiben, sondern am Verkaufen. Ohne Werbung verkauft sich dein Buch nicht, ganz gleich, wie gut es ist.
Für wen lohnt sich Selfpublishing?
Selfpublishing passt gut zu dir, wenn du:
🌺 eigenverantwortlich arbeiten willst
🌺 bereit bist zu lernen (Technik, Marketing, Buchdesign)
🌺 bereit bist, in Qualität zu investieren
🌺 deine kreative Freiheit bewahren willst
Ich kann verstehen, dass Selfpublishing nicht für jeden etwas ist. Der Schritt sollte deswegen gut überlegt sein.
Fazit
Wie du siehst, gibt es gute Gründe, die FÜR Selfpublishing sprechen, aber auch einige, die DAGEGEN sprechen. Letztendlich solltest du für dich entscheiden, was du dir für dein Buchbaby wünschst. Du hast Fragen? Schreibe gerne einen Kommentar. 😀





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